Unser neues Campingmobil

Nach dem Verkauf unseres Wohnmobiles im Herbst 2019 und dem Verkauf des Wochenendhäuschens im Juli 2020 hatten wir überlegt, was wir noch wie ändern könnten.

Die überlegte Lösung war: Verkauf unserer zwei PKW Kia und Lada mit Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für den täglichen Gebrauch und die Nutzung als Campingfahrzeug. Das einmal aus Kostengründen, zum anderen für unsere Mobilität und das Campingleben. Wir hatten uns zwischendurch nach Verkauf des Wohnmobiles einen mittelgroßen Wohnwagen gekauft, um wieder mehr auf Reisen zu gehen. Zunächst mit dem Lada Niva als Zugfahrzeug. Aber das war wegen seiner spartanischen Ausstattung und der eingeschränkten Möglichkeit (83 PS sind für einen WW zu wenig) sowie der Geräuschentwicklung bei längeren Autobahnfahrten auf Dauer nicht geeignet.

So sollte es ein Transporter sein, Ford oder VW. Haben wir aber aus Kostengründen gestrichen. Neu für uns nicht bezahlbar und gebraucht mit wenigen Kilometern auch nicht besser. Außerdem für den täglichen Gebrauch vielleicht schon zu groß.

So schauten wir uns weiter nach Möglichkeiten um und fanden nach weiteren Überlegungen und dem Vorsatz auf Minimalisierung eine Möglichkeit. Ein Kleintransporter mit der Länge des Laderaumes von ca. 1,9 m. In der Nachbarschaft sahen wir einen Dacia Dokker. Das könnte was werden. Und so kam es auch.

Unsere Planung und Überlegung: Ausbau für die Campingnutzung und eine durchgehende Liegefläche für die Nacht. Als Wohnmobil stellplatzgeeignet. Und wenn es eine weitere und längere Fahrt werden sollte eben mit angehängtem Wohnwagen.

Wie auf der Seite "Unser Campingleben" bereits angesprochen, fanden wir bei einem Händler in der Nähe einen solchen, Ausführung als LKW mit geschlossenem Kasten, geeignet für den geplanten Camping-Ausbau. Schiebetüren auf beiden Seiten (polnische Ausführung, Deutschland hat nur eine auf der rechten Seite), einen Typ Express für Transporte, LKW-Klasse bis 3,5 to. Motor 1,3 ltr., 102 PS, 6 Gänge. Boden mit Zurrösen und einige Ausstattungen wie Klima, Bordcumputer u. a.

Bestellt und sechs Wochen später abgeholt und zugelassen. War der einzige lieferbare mit akzeptabler Lieferzeit und Ausstattung.

Durch die LKW-Zulassung mit reduzierter LKW-Steuer. Aber: Man muss eine Versicherung finden, die Kleintransporter als LKW versichert. Nicht einfach, aber wir haben eine Versicherung gefunden mit akzeptabler Prämie.

Jetzt ging es daran, einen praktikablen Ausbau für unsere Nutzung als Cam- pingmobil zu finden. Ich hatte mir dazu schon während der drei Wochen Lieferzeit eine Lösung überlegt und nach den Prospektmaßen einige Zeichnungen angefertigt für die Aufteilung und die Einbauten.

Nach Lieferung des Wagens musste ich die Maße nochmal geringfügig anpassen und wir machten uns an die Arbeit.

Es war eine umfangreiche Arbeit. Details möchte ich mir hier ersparen. Insgesamt haben wir eine zusätzliche Bodenplatte, eine Decken- und Seitenwand-Isolierung eingebaut. In ein Deckenfeld eine kleine Dachluke. Die Seitenwände mit Hartfaserplatte verkleidet. Die Stromversorgung 12 und 230 Volt installiert, 230 Volt mit Außenanschluss. Zwei 12-Volt-Leuchten installiert, eine Bordbatterie mit Ladegerät eingebaut, dazu verschiedene Sicherungen, Stecker und Schalter und noch ein paar Kleinigkeiten. Für das mobile Internet einen Gigacube. Dann noch als Sitzmöglichkeit zwei in der Höhe passende Boxen mit gepolsterten Sitzflächen, gleichzeitig als Stauboxen, eine Campingtoilette, eine Kühlbox und einen Klapptisch. Zum Schluss hinten quer eine Küchenzeile, mit Gaskocher, Spüle/Waschbecken mit integriertem Frischwasser und Abwasser-Behälter, drei Schubladen für Besteck, Geschirr und Kleinteile und ein Fach für Topf und Pfanne.

Wir hatten somit ein kleines Campingmobil mit autarker Versorgung.

Alle Einbauten ladungssicher befestigt und in einer gleichen Höhe als Fläche für zwei Klappmatratzen für die Nacht. Liegefläche 1,2 x 1,9 m. Ausreichend für uns zwei und unseren kleinen Hund.

Dazu außen zwei Regen- und Sonnenschutzplanen an der rechten Seite und hinten über den zwei Klapptüren. Für schlechteres Wetter dazu noch ein selbststehendes Anbauzelt mit Regenschutz-Übergang für hinten oder die Seite. Auf dem Dach eine Dachbox für Campingstühle usw. und einen Staukasten für die Zelt- und Wetterschutzplanen-Gestänge. 

Hier ein Foto auf die Einbauten, Ansicht von hinten.

Inzwischen haben wir, noch 2020, vier Fahrten mit Übernachtung unternommen. Alles gut, ein bisschen kleiner als mit unserem vorhergehenden Wohnmobil und unserem Wohnwagen. Aber in jedem Fall ausreichend für Wochenedtripps und spontane Ausflüge. Für längere Fahrten hängen wir halt unseren Wohnwagen dran. Nachfolgend noch einige Fotos von unseren ersten Fahrten.