Pfalzerlebnisse/Erinnerungen

Mein Leben in Rheinland-Pfalz 

a) Waldsee (01.10.67 bis 1995)

b) Deidesheim (1996 bis 2002)

 

1967 wurde das Werk Bauelemente in Dortmund geschlossen. Daraus ergab sich eine massive Veränderung meines Berufslebens und ein Umzug mit der Familie nach Rheinland-Pfalz, nach Waldsee, einem kleinen Ort zwischen Ludwigshafen und Speyer.

Ludwigshafen, eine Industriestadt,

Speyer, eine Stadt mit besonderen Sehenswürdigkeiten (Dom, Judenbad, Altpörtel usw.), beide am Rhein gelegen mit entsprechendem Flair, aber unterschiedlich in Optik und Ein-drücken.

Hier begann ein Leben mit völlig anderen Voraussetzungen und anderer Lebensart als im Ruhrgebiet, sowohl privat als auch geschäftlich.

Die Pfälzer und die Pfalz sind völlig anders.

Wein statt Bier, Gemütlichkeit statt Hektik, Dörfer statt Bal-lungszentren Ruhrgebiet.

Gearbeitet werden musste auch hier, aber eben in anderer Umgebung.

Pfälzer Wald, Weinanbau mit Weinfesten, Fischerfeste in den Rheingemeinden, usw. waren und sind eben etwas anderes. Auch eine etwas andere Lebensart, gefühlt gemütlicher.

In Waldsee wurden wir sehr freundlich aufgenommen. Wir bekamen eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Hier gewannen wir Freunde, einmal die Vermieter selbst und weiter mit einer Familie im gleichen Haus. Aber auch andere Freundschaften haben sich ergeben.

Durch die Freundschaft mit der Familie im Haus bin ich auch zur Mitgliedschaft im Arbeitergesangverein Frohsinn Waldsee ge-kommen. (Ich wusste garnicht, das ich singen konnte. Mein letzter Gesang fand etwa 1952 als Junge im Kirchenchor in Dortmund-Huckarde statt, aus dem ich aber nach kurzer Zeit wegen falscher Töne ausgeschlossen wurde.) Aber hier konnte ich mich im zweiten Tenor gut entwickeln und integrieren. 15 Jahre war ich hier aktiv, sowohl als Sänger als auch als Mitglied in der Vorstandsschaft. Das waren erlebnisreiche Jahre mit vielen öffentlichen Auftritten in Waldsee und Sängerfesten. Auch zwei Reisen nach Frankreich und Südtirol mit dortigen Auftritten waren dabei, alles und immer unter der Leitung unseres begnadeten Chorleiters Karlheinz Eichenlaub. In Frankreich durften wir mit unserem Gesang eine Messe begleiten. Hier habe ich das einzige mal erlebt, dass wir in der Messe für unseren Gesang einen spontanen Beifall mit Hände-Klatschen erhielten (In einer Kirche, in Deutschland undenkbar!). Na ja, unser Re­per­toire war entsprechend, tragende Lieder wie "Herr deine Güte reicht so weit" und ähnliches. Ein anderes Lied war für mich auch sehr beeindruckend: "Am kühlenden Morgen...". Für mich ein späterer Wegbegleiter für jeden neuen Morgen und Sonnenaufgang. Leider hat sich der Verein nach meinem Austritt später aufgelöst. Bei meinem Eintritt 1969 waren wir über 50 Sänger, bei meinem Austritt lediglich noch etwas über zwanzig. Viele ältere Sänger sind gestorben, es fehlte der Nachwuchs. 

Vieles weitere hat sich ergeben, ein Buch könnte ich schreiben, ein Leben mit Höhen und Tiefen, aber das würde hier zu weit führen.

Durch den DAV Sektion Speyer mit vielen Freunden und Bekann-ten sollten wir die Pfalz und das Bergleben kennen lernen. Wanderungen in der Pfalz, Bergtouren in den Alpen, Klettern an den pfälzer Sandsteinfelsen waren an den Wochenenden und den Urlauben angesagt.

Herausragend dabei die Freundschaft mit Manfred, meinem langjährigen Kletterkameraden an Klettersteigen und Hoch-touren in den Alpen (u.a. Biancograt/Piz Bernina-Über-schreitung) und als Höhepunkt die Sektionstour in das Pamir-gebirge/Tadschikistan und das Fangebirge 1993 mit der Be-steigung von zwei 5- und 6-Tausendern und 3 Wochen Basislager im Pamir auf 4200 m Höhe und einer Woche im Fan-gebirge in ca. 2500 m Höhe.

Das alles bleibt mir in tiefer Erinnerung. In einem meiner Bücher "Wandern, Klettern, Bergsteigen" habe ich vieles darüber berichtet.

Im Herbst 1995 sollte sich eine massive Änderung in meinem Privatleben ergeben. Trennung von meiner Ehefrau, Auszug und Umzug nach Deidesheim, Beendigung der Kontakte zu dem DAV, (vorläufiges) Ende des aktiven Bergsteigerlebens.

Zusammenleben mit meiner neuen Partnerin. 

Weitere Erlebnisse in anderen Voraussetzungen.

Fortsetzung in auf einer gesonderten Seite.